Dass mein Laktattest gut war, das wissen Sie ja bereits. Aber: Ich habe als Belohnung nun wirklich keine Schokolade serviert bekommen, sondern eine knallharte Trainingseinheit! Die war am Ende betrachtet aber einfach nur genial. Unsere Lauftrainerin Pamela Gutsch ist mit Andrea Seehuber, meiner Mitstreiterin im »Local-Hero«-Projekt, und mir nämlich zum ersten Mal auf die Laufbahn gegangen.

So weit, so gut. Und das finden Sie jetzt wohl auch nicht sonderlich aufregend. Fand ich zunächst auch. »So ein paar Bahnen laufen, ist sicher nicht so anstrengend«, dachte ich mir vor dem Start der Einheit. Aber ich werde ganz schnell eines Besseren belehrt. Schon als Pamela mir sagt, was auf mich zu kommt – nämlich unter anderem 4 x 1000 m in meinem höchsten Pulsbereich laufen – wird mir schlagartig klar: »Das wird anstrengend!« Und eben auch ein ganz anderes Training!

Teil eins und Teil zwei gehen dann rasend schnell vorbei – und ich fühle mich nach den 2000 m auch noch nicht völlig ausgepowert. Nur mein innerer Schweinehund winselt mal wieder rum: »Muss das sein? Man kann so viele schöne Dinge am Feierabend machen – und Runden laufen gehört einfach nicht dazu.« Ich lasse ihn mal wieder schimpfen und laufe einfach schneller, dann höre ich den Kleinen nicht mehr.

Bei Teil drei wird’s dann aber schon heftig – meine Oberschenkel machen allmählich zu. »Vielleicht hat mein Schweinehund doch recht«, schießt es mir kurz durch den Kopf, als ich auf meine Uhr schaue, um meinen Puls zu überprüfen. Und es sind noch zwei ganze Runden! 400 m können echt ganz schön lang sein!

Pamela ruft mir aber zu, dass das so perfekt sei und ich dran bleiben soll. Das ist wirklich hart, aber meine Füße laufen weiter – und die letzten 200 m darf ich dann auch noch sprinten! Das wird ja immer besser und mir wird ganz anders, wenn ich daran denke, dass da ja nochmals 1000 m auf mich warten.

Kurz darf ich dann durchschnaufen, bevor es auf die letzten zweieinhalb Runden geht. Aber mittlerweile hat mich wieder voll der Ehrgeiz gepackt. »Ich will nächstes Jahr auf die Mitteldistanz«, fällt mir nämlich plötzlich ein, »und dafür muss ich noch eine ganze Menge mehr trainieren.« Also, bleibe ich dran und meistere auch Teil vier der Aufgabe. Danach bin ich wirklich glücklich, aber auch völlig fertig!

Nun habe ich mir aber mal wieder eine ruhigere Trainingswoche verdient, findet auch mein Cheftrainer Bernd Rose. Passt perfekt, denn genau jetzt bin ich ein paar Tage in Amsterdam. Das Gute ist: Als Triathlet kann man eh überall trainieren – also sind die Laufschuhe gleich mal als erstes im Koffer verstaut – ganz zum Entsetzen meines Schweinehunds. Der dachte doch glatt, im Urlaub gibt’s mal keine sportlichen Aktivitäten. Doch weit gefehlt, schließlich will ich meine guten Laktatergebnisse nicht gleich wieder abbauen. Stephanie Brenninger