Stufen, Stufen, Stufen – und ein wenig Nervenkitzel

Der Untersberg kann auf vielen Wegen bezwungen werden – und einer davon beginnt fast mitten in der Stadt Salzburg. Genauer gesagt in Glanegg – und dort wartet auf die geübten Bergsteiger mit dem Doppler- und dem Reitsteig eine echte Herausforderung.

Eines muss einem auf jeden Fall vor der Tour schon bewusst sein: Der Weg hinauf und auch hinab ist von unzähligen Stufen gesäumt. Der Doppler- und der Reitsteig zusammen haben nämlich über 4000 dieser künstlichen Tritthilfen – und das kann mitunter schon eine Quälerei werden. Denn die Holz- und Steinstufen sind alles andere als gleichmäßig und so manch einer bekommt da die Tage danach schon einen richtigen Muskelkater. Doch für alle Mühen – und ein wenig Nervenkitzel ist für den einen oder anderen sicher auch dabei – wird man oben dann mit einem herrlichen Blick auf die Stadt Salzburg und das Umland belohnt.

Vorausgesetzt natürlich das Wetter passt – und das muss es auf jeden Fall. Denn bei Nässe oder gar Vereisungen sollte man die beiden Steige, die fast durchgehend drahtversichert sind, auf keinen Fall begehen, denn die Absturzgefahr ist dann viel zu hoch. Und dort oben hat man sowieso auch nur etwas zu suchen, wenn man absolut trittsicher und auch schwindelfrei ist.

Vom Parkplatz aus geht’s zunächst einige 100 Meter an wenigen Häusern vorbei. An einer Brücke verzweigen sich dann die beiden Wege. Links geht’s Richtung Dopplersteig, rechts Richtung Reitsteig. Wählt man den linken Weg, geht’s gleich mit ein paar hohen Steinstufen los. Gut eineinhalb Stunden braucht man hinauf, ehe man am Dopplersteig steht – und dann geht die Schinderei mit den Stufen so richtig los. Oben angekommen steht man dann am Taxhamer Kreuz. Hier kann man kurz verschnaufen, ehe es dann auf einem breiten Weg weitergeht, nach wenigen Metern mündet auch von rechts der Reitsteig ein. Das Zeppezauerhaus und die Bergstation der Seilbahn hat man dann übrigens schon im Blick. Bis zum Geiereck-Gipfel dauert der Anstieg dann aber noch eine weitere halbe Stunde – der Weg über die Serpentinen zieht sich doch ein wenig.

Was übrigens nicht ganz so schön bei dieser Tour ist: Oben am Geiereck endet auch die Seilbahn – und damit ist der Berg auch fest in touristischer Hand. Die meisten Touristen pilgern dann hinüber zum Salzburger Hochthron – die höchste Erhebung des Untersbergmassivs auf seiner Ostseite. Wer es am Gipfel also eher ruhiger mag, der sollte nicht unbedingt den Untersberg als Wochenendziel wählen oder beim Zeppezauerhaus mit seiner Tour schon Schluss machen.

Hinab geht’s die ersten Meter dann erst einmal auf dem gleichen Weg, bis sich die Strecken trennen. Der Reitsteig ist übrigens nicht ganz so schwierig zu gehen wie der Dopplersteig. Dennoch sollte man auch hier gut aufpassen. Und: Der Reitsteig zieht sich, zudem ist der Ausblick auch nicht mehr so gewaltig, da ein großer Teil der Strecke durch den Wald führt. Ach ja: Es warten nochmals unzählige Stufen auf den Bergsteiger. Aber das ist man ja seit dem Aufstieg gewohnt. SB

TOURDATEN:

Anreise:

Von Salzburg kommend geht’s über die Moosstraße nach Glanegg. Dort fährt man Richtung Fürstenbrunn, doch geht’s bereits nach einigen 100 Metern geradeaus in den Wanderparkplatz hinein (Achtung: Es sind nur wenige Parkmöglichkeiten vorhanden).

Aufstieg:

Der Weg hinauf und hinunter ist gut ausgeschildert beziehungsweise markiert. Vom Parkplatz weg trennen sich vor einer Brücke die Wege: Links geht’s Richtung Dopplersteig und rechts Richtung Reitsteig.

Abstieg:

Runter geht man über den Reitsteig oder man kann auch mit der Seilbahn runterfahren.

Literatur:

»Rund um Salzburg«, Rother Wanderführer.

Anspruch:

Die Tour ist sehr anspruchsvoll, eine gute Kondition ist Voraussetzung für den Doppler- und auch für den Reitsteig. Für beide muss man zudem schwindelfrei und trittsicher sein.