Wandern nach Herzenslust

Um es kurz zu fassen, die Seier Alm ist vor allem eines: herrlich. Auf Europas größter Hochalm in Südtirol kommen vor allem die Sportler voll auf ihre Kosten – und das Sommer wie Winter. Unzählige Pisten warten in den kalten Monaten auf die Skifahrer und sehr gut gepflegte Wanderwege sind auf der Seiser Alm im Frühjahr, Sommer und Herbst zu finden. Aber damit längst noch nicht genug: Denn allein schon das Bergpanorama lässt einem den Atem stocken: Die Dolomitengipfel Langkofel, Plattkofel, Schlern und Rosengarten umschließen quasi die Seiser Alm. Seit 2009 zählen die Dolomiten übrigens zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Temperaturen auf der Seiser Alm sind im Mai oder Juni schon recht angenehm – eigentlich ideal zum Wandern. Wer in diesen Monaten dort Urlaub macht, muss eines aber bedenken: Zwar hat man um diese Jahreszeit wahrlich seine Ruhe vor den Touristenströmen, die dann vor allem ab Juli hereinbrechen, aber die hohen Berggipfel können noch mit Schnee bedeckt sein und so manche Tour kann damit buchstäblich noch ins Wasser fallen.

Doch Europas höchste Hochalm hat auch im »Flachen« viele schöne Touren zu bieten, so wird einem also garantiert nicht langweilig. Und wer seine Augen offen hält, kann auch immer wieder Murmeltiere oder andere Tiere beobachten. Und sollte es einmal regnen, muss man sich halt für einige Stunden ins Hotel zurückziehen, denn die meisten der Unterkünfte verfügen auch über einen Wellnessbereich. Ansonsten kann man natürlich auch Ausflüge in die umliegenden Dörfer wie Kastelruth, Seis, Völs am Schlern und Tiers am Rosengarten machen.

Wer unbedingt hoch hinaus will, kann folgende Tour machen, denn diese sollte auch schon um diese Jahreszeit möglich sein – und zwar hinauf auf den Schlern – das Wahrzeichen der Seiser Alm. In vielen Wanderbüchern wird die Tour vom Gasthaus Frommer über die Saltnerhütte hinauf zum Schlernhaus als leichte Wanderung ausgegeben. Stimmt auch. Trotzdem sollte man immer bedenken, dass man sich dort im alpinen Gelände befindet, schließlich geht es auf über 2500 Meter hinauf. Der Touristensteig ist zwar wirklich sehr gut ausgebaut – dennoch haben Wanderer mit Turnschuhen dort oben nichts verloren und ein wenig Bergerfahrung sollte man für die Tour auch haben. Zudem gehört auch schon ein wenig Kondition dazu, um die dreistündige Wanderung vom Gasthaus Frommer bis hinauf zum Schlernhaus (2457 Meter) gut bewältigen zu können.

Und noch ein Tipp: Ausreichend Getränke oder auch etwas zum Essen sollten im Rucksack nicht fehlen, denn das Schlernhaus hat erst immer ab Mitte Juni geöffnet.

Wer am Schlernhaus noch nicht genug hat, kann auch noch eine kleine Draufgabe auf die Wanderung packen: Denn vom Schlernhaus weg kann man noch hinauf zum Monte Pez auf 2564 Meter gehen. Das dauert rund 15 Minuten – und der letzte Aufstieg lohnt sich auf jeden Fall. Denn vom höchsten Punkt des Schlern-massivs hat man dann einen wunderschönen Blick rundherum auf die Dolomiten, die Zentralalpen und die südlichen Urgesteinsalpen. Und natürlich auch auf die Seiser Alm. Man kann dort oben dann schon die nächste Tour planen. SB

TOURDATEN:

Anreise:

Von Traunstein kommend geht’s auf der Autobahn nach Innsbruck, dann über den Brenner (mautpflichtig); Autobahnausfahrt A 22 Klausen, weiter fahren Richtung Ferienregion Seiser Alm über Kastelruth. Achtung: Die Straße auf die Seiser Alm ist in den Saisonszeiten von 9 bis 17 Uhr für den Privatverkehr gesperrt. Die Hotels geben aber Genehmigungen aus.

Literatur:

»Dolomiten 1 – Grödnertal – Villnößtal – Seiser Alm«, Rother Wanderführer.

Informationen:

Seiser Alm, Telefon 0039/471/709 600 oder per E-Mail an info@seiseralm.it.