Tolle Ausblicke und eisige Einblicke

Um den Untersberg ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. Etwa, dass Kaiser Karl der Große im Berg auf seine Auferstehung wartet. Der Untersberg, auf dem die Grenze zwischen Bayern und Salzburg verläuft, ist aber auch aus einem anderen Grund sehr bekannt: Er ist einer der höhlenreichsten Berge der Berchtesgadener Alpen – und dafür nicht erst seit der spektakulären Rettung des verunglückten Höhlenforschers Johann Westerhauser aus der Riesending-Höhle bekannt. Einer dieser Höhlen ist sogar für die Allgemeinheit zur Besichtigung auf: die Schellenberger Eishöhle.

Zu ihr gelangt man auf einer wunderschönen Tour. Und wer lieber nicht tief in den Berg hinabsteigen mag, sollte sich trotzdem überlegen, ob er nicht genau dort hinauf mag. Denn auch ein Ausflug auf die Toni-Lenz-Hütte des Höhlenvereins, die auf 1450 Meter liegt und die man nach gut zweieinhalb Stunden erreicht, sind die Mühen des Aufstiegs wert.

Los geht es vom Parkplatz Paßthurm – und die ersten Meter bringen einen durchaus schon zum Schwitzen. Gut, dass es anfangs meist durch den schattigen Wald hinaufgeht – und man gewinnt entlang eines Baches dann auch schnell an Höhe. Erst im oberen Bereich wird das Gelände dann offener – und man hat einen wunderschönen Blick hinunter ins Tal und auch auf die umliegenden Berge. Jetzt geht es in Kehren hinauf zur Toni-Lenz-Hütte – und hier oben kann man es schon eine Weile aushalten. In der Ferne erkennt man nämlich die Gletscher des Dachsteinmassivs und direkt hinter der Hütte ragen die steilen Wände der österreichischen Seite des Untersbergs empor.

Aber auch das Weitergehen rentiert sich. Nach rund 15 Minuten – der Weg ist hier sehr schmal, aber keineswegs gefährlich – erreicht man den Sammelplatz für die Schellenberger Eishöhle. Sie hat normalerweise von Mai bis Oktober geöffnet. Führungen gibt es immer zur vollen Stunde von 10 bis 16 Uhr (Internetseite: www.eishoehle.net).

Zuvor kommt man übrigens noch am Kleinen Heubergkopf vorbei – und dort oben am Gipfelkreuz hat man einen herrlichen Blick hinüber zum König des Berchtesgadener Landes, dem Watzmann. SB

Tourdaten:

Anfahrt und Ausgangspunkt:

Von Salzburg kommend Parkplatz Paßthurm bei Marktschellenberg an der B 305 gelegen (Achtung: Der Parkplatz ist nicht gebührenpflichtig, ist aber meist ab dem Vormittag sehr voll).

Aufstieg:

Vorbei am Wehrturm ist der Weg gut ausgeschildert und markiert.

Abstieg:

Auf dem gleichen Weg wieder zurück. – Eine Variante ist über den Thomas-Eder-Steig zum Salzburger Hochthron möglich und dann mit der Gondelbahn hinunter und mit dem Bus zum Ausgangspunkt zurück (Achtung: Für diese Variante ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich).

Literatur:

»Berchtesgadener Land«, Rother Wanderführer; »Hüttenwandern«, Verlag Bruckmann.

Anspruch:

Gut begehbarer Bergweg bis zur Toni-Lenz-Hütte, Kondition ist erforderlich.