Viele Pausen wegen der Aussicht

 

 

Genügend Pausen sollten bei der Tour durch das Klausbachtal unbedingt eingeplant werden. Allerdings nicht, weil die Wanderung so anspruchsvoll ist, sondern damit die Landschaft sowie die Aussicht in vollen Zügen genossen werden kann. Gerade im oberen Teil der Tour ist das Panorama eindrucksvoll: Die Gebirgsstöcke des Hochkalters und der Reiteralm begrenzen das Tal im Osten und Westen.

Aber auch ansonsten hat die Wanderung, die man das ganze Jahr über machen kann und die am Hintersee beginnt, einiges zu bieten. Im Herzen des Nationalparks Berchtesgaden ist etwa die Vielfalt der Tier- und Vogelwelt besonders ausgeprägt. Mit etwas Glück kann man von der Wasseramsel bis zum Steinadler alles beobachten. Im Winter führt der Wanderweg auch direkt bei der Wildfütterung vorbei. Dort hat man freie Sicht auf Hirsche und Rehe, die sich in wenigen Metern Entfernung aufhalten. Die Tour durch das Klausbachtal hat aber noch einiges mehr zu bieten. Als eines der Highlights wartet auch noch eine neu gebaute Hängebrücke auf die Besucher, die an Infotafeln zudem immer wieder über interessante Themen wie Felsstürze umfassend informiert werden. Und oben am Hirschbichlpass angekommen überschreitet man auch noch die bayerisch-österreichische Grenze.

Es ist auch ratsam, die Tour bereits am Morgen zu beginnen. Denn der Nationalpark Berchtesgaden ist für viele Wanderer eine der Top-Adressen, dementsprechend viel los ist um die Mittagszeit auf dem Wanderweg. Die Tour, die hinauf rund neun Kilometer lang ist und bei der es rund 500 Höhenmeter zu meistern gilt, ist anfangs recht flach. Vorbei am Heiratsstein – wer diesen Brocken dreimal um einen Steinkreis trägt, wird noch in diesem Jahr heiraten – führt der Weg immer wieder durch ausgedehnte Waldabschnitte. Gerade zu Beginn der Wanderung gibt es einige Wegvarianten. Davon sollte man sich aber nicht beirren lassen, da sich die Wege immer wieder kreuzen.

Nach der Hängebrücke, die erst 2010 eingeweiht wurde und die die alte Fußgänger-Holzbrücke, die 2003 nach starken Regenfällen von Wasser- und Geröllmassen fortgerissen wurde, ersetzt hat, wird der Weg etwas steiler. Kurz vor dem Ziel öffnet sich das Tal und man marschiert Richtung Bindalm. Dort befindet sich ein Ensemble von vier historischen Almkasern. Hier hat man einen großartigen Ausblick auf die senkrechten Felsabstürze der Reiter Alpe, von denen bezeichnender Weise das 2234 m hohe Mühlsturzhorn besonders markant ist. Von der Alm aus muss man sich dann rechts halten. Bald erreicht man abermals die Teerstraße, die die letzten Meter hinauf zum Hirschbichl führen. Dort ist auch die Grenze, auf österreichischer Seite kann man sich für den Abstieg wieder stärken. Und die herrliche Aussicht erneut genießen – genügend Pausen sollten eben unbedingt eingeplant werden.                                                                              SB

Tourdaten:

Ausgangspunkt:

Mit dem Auto geht es über Bad Reichenhall Richtung Berchtesgaden. Kurz vor Berchtesgaden geht es rechts in Richtung Schönau/Ramsau rein. Der Straße folgen, bis es zum Hintersee weggeht. Es gibt gebührenpflichtige Parkplätze am Hintersee oder auch etwas weiter hinten an der Nationalpark Informationsstelle am Hintersee.

Aufstieg:

Der Weg ist gut ausgeschildert. Zunächst folgt man der Teerstraße und kann schon nach wenigen Metern links in einen breiten Schotterweg abbiegen. Dann gibt es immer wieder mehrere Wege, die aber alle zum selben Ziel führen. Über eine Hängebrücke geht es weiter zur Bindalm, dort muss man sich rechts halten. Bald darauf erreicht man wieder eine Teerstraße, die die letzten Meter zum Hirschbichl führen. Übrigens kommen auch Geocacher im Klausbachtal auf ihre Kosten, denn entlang der Route führt eine Geocache-Strecke. Und auch Mountainbiker können zur Hirschbichlalm fahren. Sie müssen allerdings die Teerstraße nehmen und sollten den Weg in einer guten Stunde bewältigen können.

Abstieg:

Zurück zum Hintersee geht es auf dem gleichen Weg – oder aber man nimmt den Bus zurück.

Anspruch:

Ein Schuh – die Tour ist gut machbar. Geht man den Weg auch zurück, ist sie aber durchaus lang, etwas Kondition ist daher nötig.