Autor: steffi@unterwegs2014

Untersberg – Geiereck

Stufen, Stufen, Stufen – und ein wenig Nervenkitzel

Der Untersberg kann auf vielen Wegen bezwungen werden – und einer davon beginnt fast mitten in der Stadt Salzburg. Genauer gesagt in Glanegg – und dort wartet auf die geübten Bergsteiger mit dem Doppler- und dem Reitsteig eine echte Herausforderung.

Eines muss einem auf jeden Fall vor der Tour schon bewusst sein: Der Weg hinauf und auch hinab ist von unzähligen Stufen gesäumt. Der Doppler- und der Reitsteig zusammen haben nämlich über 4000 dieser künstlichen Tritthilfen – und das kann mitunter schon eine Quälerei werden. Denn die Holz- und Steinstufen sind alles andere als gleichmäßig und so manch einer bekommt da die Tage danach schon einen richtigen Muskelkater. Doch für alle Mühen – und ein wenig Nervenkitzel ist für den einen oder anderen sicher auch dabei – wird man oben dann mit einem herrlichen Blick auf die Stadt Salzburg und das Umland belohnt.

Vorausgesetzt natürlich das Wetter passt – und das muss es auf jeden Fall. Denn bei Nässe oder gar Vereisungen sollte man die beiden Steige, die fast durchgehend drahtversichert sind, auf keinen Fall begehen, denn die Absturzgefahr ist dann viel zu hoch. Und dort oben hat man sowieso auch nur etwas zu suchen, wenn man absolut trittsicher und auch schwindelfrei ist.

Vom Parkplatz aus geht’s zunächst einige 100 Meter an wenigen Häusern vorbei. An einer Brücke verzweigen sich dann die beiden Wege. Links geht’s Richtung Dopplersteig, rechts Richtung Reitsteig. Wählt man den linken Weg, geht’s gleich mit ein paar hohen Steinstufen los. Gut eineinhalb Stunden braucht man hinauf, ehe man am Dopplersteig steht – und dann geht die Schinderei mit den Stufen so richtig los. Oben angekommen steht man dann am Taxhamer Kreuz. Hier kann man kurz verschnaufen, ehe es dann auf einem breiten Weg weitergeht, nach wenigen Metern mündet auch von rechts der Reitsteig ein. Das Zeppezauerhaus und die Bergstation der Seilbahn hat man dann übrigens schon im Blick. Bis zum Geiereck-Gipfel dauert der Anstieg dann aber noch eine weitere halbe Stunde – der Weg über die Serpentinen zieht sich doch ein wenig.

Was übrigens nicht ganz so schön bei dieser Tour ist: Oben am Geiereck endet auch die Seilbahn – und damit ist der Berg auch fest in touristischer Hand. Die meisten Touristen pilgern dann hinüber zum Salzburger Hochthron – die höchste Erhebung des Untersbergmassivs auf seiner Ostseite. Wer es am Gipfel also eher ruhiger mag, der sollte nicht unbedingt den Untersberg als Wochenendziel wählen oder beim Zeppezauerhaus mit seiner Tour schon Schluss machen.

Hinab geht’s die ersten Meter dann erst einmal auf dem gleichen Weg, bis sich die Strecken trennen. Der Reitsteig ist übrigens nicht ganz so schwierig zu gehen wie der Dopplersteig. Dennoch sollte man auch hier gut aufpassen. Und: Der Reitsteig zieht sich, zudem ist der Ausblick auch nicht mehr so gewaltig, da ein großer Teil der Strecke durch den Wald führt. Ach ja: Es warten nochmals unzählige Stufen auf den Bergsteiger. Aber das ist man ja seit dem Aufstieg gewohnt. SB

Tourdaten:

Anreise:

Von Salzburg kommend geht’s über die Moosstraße nach Glanegg. Dort fährt man Richtung Fürstenbrunn, doch geht’s bereits nach einigen 100 Metern geradeaus in den Wanderparkplatz hinein (Achtung: Es sind nur wenige Parkmöglichkeiten vorhanden).

Aufstieg:

Der Weg hinauf und hinunter ist gut ausgeschildert beziehungsweise markiert. Vom Parkplatz weg trennen sich vor einer Brücke die Wege: Links geht’s Richtung Dopplersteig und rechts Richtung Reitsteig.

Abstieg:

Runter geht man über den Reitsteig oder man kann auch mit der Seilbahn runterfahren.

Literatur:

»Rund um Salzburg«, Rother Wanderführer.

Anspruch:

Die Tour ist sehr anspruchsvoll, eine gute Kondition ist Voraussetzung für den Doppler- und auch für den Reitsteig. Für beide muss man zudem schwindelfrei und trittsicher sein.

Vom Museumsbesuch bis zur Küstenwanderung

Rundreise um London zeigt Facetten des Landes

Es ist eine atemberaubendeKulisse: Weiße Klippen – sieben Stück dieser Kalkformationen folgen aufeinander: Deshalb tragen sie den Namen Seven Sisters und man könnte meinen, man ist mitten in Cornwall – aber weit gefehlt. Die Seven Sisters sind mitten in East Sussex. Die Kliffküste ist zwischen Eastbourne und Seaford gelegen – und ein Ausflug dorthin ist ein Muss.

Besonders fitte Urlauber können sich vom Seven Sisters Country Park auf dem South Downs Way auf den Weg nach Beechy Head machen. Doch der neun Kilometer lange Weg hat es durchaus in sich, denn es geht mehrmals steil bergauf und auch wieder bergab, ehe man den kleinen Leuchtturm entdeckt – und die Wanderer müssen auch damit rechnen, dass an der Küste ein starker Wind weht. Wer sich diese Wanderung nicht antun möchte, kann natürlich auch im Country Park wesentlich kürzere Runden gehen und dann weiter fahren nach Beechy Head.

Wenn man in dieser Gegend Urlaub macht, sollte man unbedingt auch nach Alfriston fahren. Es ist ein kleines, typisch englisches Dorf – malerisch und bezaubernd. Der Dorfladen hat etwa alles zu bieten – von der Post, über den Bäcker bis hin zu nützlichen Alltagsgegenständen. Auch die kleine Kirche aus dem Jahr 1370 am Rand des Dorfes lässt die Herzen von England-Liebhabern höher schlagen.

Fährt man einige Kilometer weiter Richtung Westen, kommt man nach Chichester in West Sussex. Die Stadt hat einiges zu bieten – etwa eine Kathedrale, die im 11. Jahrhundert auf den Fundamenten einer römischen Basilika errichtet wurde. Hier gibt es auch einige schöne Pubs – für jeden England-Urlauber ist es ein Muss einmal in einem Pub das typische englische Essen zu probieren – eines der Hauptspeisen ist Fisch, Pommes und Erbsen. Der Malzessig, der dazu immer gereicht wird, ist allerdings nicht jedermanns Geschmack. Übrigens wird in einem englischen Pub zwar das Essen serviert, die Bestellung muss man allerdings am Tresen aufgeben – Tischnummer nicht vergessen – und dort auch öfters gleich bezahlen

Wer die Meerluft liebt, der sollte unbedingt auch nach Portsmouth fahren. Dort am Hafen ist das Historic Dockyard angesiedelt – in diesem Areal steht die HMS Victory von 1765. Sie ist das älteste im britischen Marinedienst befindliche Schiff. Bekanntheit erlangte die Victory als Flaggschiff von Vizeadmiral Nelson in der Seeschlacht von Trafalga. Auch hier ist der Eintritt nicht gerade billig, aber ein Besuch lohnt sich allemal, wer sich für die englische Geschichte interessiert. Aber auch sonst hat die Stadt einiges zu bieten – etwa das Geburtshaus von Charles Dickens (Oliver Twist) oder einfach auch ein großes Einkaufszentrum, in dem man jede Menge Souvenirs finden kann.

Gut kombinieren kann man die Reise an die Südküste übrigens auch mit einem Trip in die Grafschaft Essex und Suffolk – also in den Norden von London. Dort sollte man unbedingt auch ein paar Tage bleiben – und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Lavenham etwa ist ein Besuch wert. Bekannt ist das Dorf durch seine Fachwerkarchitektur und für seine um 1530 vollendete prächtige spätgotische Pfarrkirche. Was Lavenham noch so besonders macht, sind die vielen, wunderschönen Spaziergänge rund um das Dort. Und man braucht dort auch keine Scheu haben – manchmal geht es wirklich entlang eines Feldes oder einfach auch mal quer durch. Die Wege sind jedoch meist gut ausgeschildert.

Und wer tief in die Kriegsgeschichte eintauchen möchte, der ist im Imperial War Museum in Duxford genau richtig – eindrucksvoll ist dort die britische Geschichte – vor allem die der Royal Air Force – unter anderem in Filmen und Dokumentationstafeln aufgearbeitet. Ein großer Teil der eindrucksvollen Ausstellung beschäftigt sich mit dem Zweiten Weltkrieg, aber es geht auch um die Fliegerei ganz allgemein – so kann man etwa auch die Concorde besichtigen. Einen ganzen Tag sollte man für das Museum unbedingt Zeit nehmen, das Eintrittsgeld ist für Geschichts- und vor allem Flugzeuginteressierte jeden Cent wert. Wenn man Glück hat, ist auch gerade eine Flugshow im Gange.                              SB

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