Das blaueis geht langsam zurück

Der Nationalpark Berchtesgaden hat für Besucher und Wanderer viel zu bieten – eine einmalige Flora und Fauna etwa, ein ausgezeichnetes Wegenetz, aber auch viele Veranstaltungen rund um die Natur. Und er kann auch mit dem nördlichsten Gletscher der Alpen aufwarten, dem Blaueis.

Der Gletscher liegt eingebettet zwischen der Blaueisspitze, dem Hoch- und Kleinkalter auf einer Höhe von rund 1790 Metern. So genau kann man das aber nie sagen, denn aufgrund seiner geringen Höhenlage ist das Blaueis besonders vom Rückgang der Alpengletscher betroffen – ein Kampf auf Leben und Tod, den der Gletscher wohl in absehbarer Zeit verlieren wird. Doch der Felsenkessel hat auch so schon viel zu bieten – und zieht Bergsteiger, Kletterer, aber auch Wanderer in Scharen an.

Kurz unterhalb des Gletschers liegt die Blaueishütte der Alpenvereinssektion Berchtesgaden auf 1680 Metern. Schon von dort aus lässt sich der herrliche Blick ins Tal und natürlich auch auf den Blaueisgletscher und den Hochkalter genießen. Dort hinauf kann man eine wunderbare Wanderung unternehmen, die rund drei Stunden dauert und technisch sowie konditionell nicht sonderlich anspruchsvoll ist.

Von einem der beiden ersten Parkplätze am Hintersee geht’s los. Der Weg führt über eine gut ausgebaute Forststraße hinauf – teilweise wird’s ein wenig steil, aber man kommt auf dem Wirtschaftsweg doch gut hinauf. Vorbei geht’s an der bewirtschafteten Schärtenalm auf 1359 Meter. Erst im letzten Drittel der Wanderung wird der Weg dann etwas schmaler und beschwerlicher. Etwa eine Viertelstunde nach der Schärtenalm geht der Weg nämlich weg von der Forststraße – links hinauf auf einen Steig mit einigen Stufen und Unebenheiten. Dieser ist aber gut in Schuss und sollte dem Wanderer keine größeren Probleme bereiten.

Und wem die Wanderung zur Blaueishütte nicht genügt, kann von dort aus natürlich noch weitere Bergtouren starten – zum Beispiel die anspruchsvolle Klettertour »Blaueisumrahmung« startet dort oben und auch auf den Hochkalter kann man hinauf. Doch beide Touren sind natürlich nur etwas für geübte Bergsteiger und erfordern eine spezielle Ausrüstung und auch viel Können. Für den normalen Wanderer gibt’s aber auch noch einen Tipp: Wer eine Einkehr in der Blaueishütte plant, sollte es sich nicht entgehen lassen dort auch einen der mittlerweile schon legendären Kuchen zu probieren. Nach dem Aufstieg hat man sich den dann auch redlich verdient.

TOURDATEN:

Ausgangspunkt:
Von Berchtesgaden kommend fährt man Richtung Ramsau; dort geht’s dann weiter zum Hintersee. Parkplatz Seeklause oder Hochlagerplatz anfahren. Achtung: Es gibt am Hintersee mehrere Parkplätze, die meisten sind kostenpflichtig.

Aufstieg:
Vom Parkplatz geht es auf dem Weg 482 vorbei an der bewirtschafteten Schärtenalm hinauf zur Blaueishütte.

Abstieg:
Man muss den gleichen Weg wieder zurückgehen.

Literatur:
Berchtesgadener Land (Rother Wanderführer); Landkarte: Kompass Berchtesgadener Land, Chiemgauer Alpen, Maßstab 1:50 000. Rother Wanderführer, Berchtesgadener Land, Die schönsten Tal- und Höhenwanderungen.

Anspruch:
Zwei Schuhe – die Tour ist gut machbar, denn man geht – sofern man nicht den Steig durch den Wald geht – bis kurz vor der Hütte auf einer Forststraße. Ein wenig Kondition ist aber natürlich erforderlich.