Ich bin jetzt also ein »Local Hero«. Was das heißt, weiß ich natürlich schon. Lokalmatador eben. Aber auf was ich mich da eingelassen habe, kann ich ehrlich gesagt (noch) nicht so genau einschätzen. Kurz gesagt: Der Veranstalter des Chiemsee-Triathlons ermöglicht bei diesem Programm jedes Jahr Triathlon-Neulingen den Einstieg in diese Sportart, begleitet sie gut fünf Monate professionell und macht sie fit für den Wettbewerb. Von Null auf Triathlon quasi. Aber jetzt erst einmal der Reihe nach.

Der Chiemsee-Triathlon begleitet mich bei meiner Arbeit seit Jahren in regelmäßigen Abständen. Gut, ist ja auch irgendwie logisch: Ich bin ja auch Sportredakteurin. Doch immer nur darüber schreiben, ist auf Dauer halt auch eintönig. Also wurde in der Redaktion die witzige Idee geboren, dass doch einer von uns einfach auch mal mitmachen könnte. Ein Selbstversuch quasi, damit man das Feeling und die Strapazen eines Triathleten auch mal hautnah miterleben oder darüber dann mit anderen Augen berichten kann.

Hört sich doch wirklich alles sehr gut an! Dachte ich mir auch, bis dann die Entscheidung nahte. Die Wahl war nämlich schnell getroffen: Die Kollegen haben mir sofort ihre ganze Unterstützung zugesagt – am Streckenrand versteht sich, zum Anfeuern, Aufmuntern und Wasser reichen. Immerhin der Fanclub steht schon vor der ersten Trainingseinheit.

Also dann, ran an die Arbeit. Aber wie? Und siehe da: Genau in diesem Moment habe ich die Ankündigung zum Local-Hero-Projekt auf den Schreibtisch bekommen. Das wäre doch was, dachte ich mir. Ich habe mich gleich mal beworben – und ich bin auch wirklich ausgewählt worden!

Gleich beim ersten Treffen habe ich mit Veranstalter Sven Hindl darüber gesprochen, ob es auch möglich wäre, über mein Training in einer Art Tagebuch zu berichten – und auch Sven war sofort von dieser Idee begeistert. Aus der Nummer komme ich jetzt also nicht mehr raus. Ich bin ab sofort quasi ein Triathlon-Azubi.

Immerhin bin ich nicht ganz alleine. Unser Trainer Bernd will Andrea und mich bis zum 24. Juni fit machen. Für die Volksdistanz beim Chiemsee-Triathlon. 500 m Schwimmen, 20 km Radfahren, 5 km Laufen. Alles kein Problem, oder? Irgendwie hört sich das doch wirklich nach gar nicht so viel an! Aber es wird wohl schon ein richtig hartes Stück Arbeit werden. Aber Bernd spricht uns gleich beim ersten Treffen viel Mut zu.

Schwimmen kann ich jedenfalls – wettkampfmäßig aber habe ich das noch nie gemacht. Radfahren kann ich auch – aber Wettkampferfahrung? Fehlanzeige! Laufen kann ich auch – zumindest da war ich mal bei einem Wettbewerb dabei – über 10 km und es hat Spaß gemacht. Aber eigentlich bin ich, seit ich meine Fußballschuhe an den Nagel gehängt habe, lieber in den Bergen unterwegs. Aber immerhin: Ein wenig sportlich bin ich noch!

Ich freue mich jetzt auf jeden Fall mal aufs Training und die Herausforderung – mein innerer Schweinehund denkt sich hingegen eher jetzt schon das Gegenteil. Muss denn das wirklich sein? Wöchentlich bis zu sechs, sieben acht Stunden Training? Ja, das muss jetzt mal sein!

Ich werde Sie, liebe Leser, auf meine Triathlon-Reise mitnehmen und in den nächsten Monaten in unregelmäßigen Abständen darüber berichten, was ich so alles im Training erlebe, über Höhen und wohl auch über einige Tiefen – und natürlich auch darüber, wer letztlich gesiegt hat: mein Schweinehund oder ich. Und vielleicht erwischt Sie ja in den nächsten Wochen auch der Triathlon-Virus und wir sehen uns am 24. Juni am Chiemsee. Also, dann, ich muss jetzt meine erste Runde laufen gehen … Stephanie Brenninger